Geschichte der Oto-Rhino-Laryngologie in Österreich
Ein umfassendes zweisprachiges Buch (Deutsch und Englisch) informiert über die Geschichte der HNO-Heilkunde in Österreich unter dem Titel:
"Geschichte der Oto-Rhino-Laryngologie in Österreich" ("History of Oto-Rhino-Laryngology in Austria")
Autoren: Manfred Skopec und Eduard H. Majer, erschienen im Verlag Christian Brandstätter, Wien, 1998. 2. ergänzte Auflage. ISBN 3-85447-753-8
Univ. Doz. Dr. Manfred Skopec ist dzt. stellvertretender Vorstand und Leiter der Abteilung Medizin-Historisches Museum des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität in Wien und Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte der Medizin, des ärztlichen Vereinswesens und der Krankenhausgeschichte. Er hält den Festvortrag zur Eröffnung des 43. Österreichischen HNO-Kongresses in Rust am 15. Sept. 1999 über: "Bilanz an der Schwelle des Jahrtausends -- Meilensteine der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde".
Herr Univ. Prof. Dr. Eduard H. Majer war Vorstand der HNO-Abteilung der Wiener Poliklinik 1946-1974 und hatte neben zahlreichen medizinwissenschaftlichen Veröffentlichungen jahrzehntelang in seiner Eigenschaft als Sekretär und zeitweiliger Präsident bzw. Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie medizinhistorisches Material über viele prominente Kliniker und Ärzte zusammengetragen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der Medizin in Wien, speziell Herrn M. Skopec, kam es 1985 aus Anlaß des 150. Geburtstages von Adam Politzer zur Herausgabe der 1. Auflage dieses Werkes. Herr Prof. Dr. E. H. Majer verstarb 1991.
Das Buch ist im einschlägigen Fachhandel erhältlich. Auskunft auch bei der Österreichischen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie
Univ. Prof. DDr. hc. W. Messerklinger, Vorstand der HNO-Univ. klinik Graz 1959 - 1990
Univ. Prof. DDr.hc. Walter Messerklinger, ein Pionier der HNO-Heilkunde aus Österreich, feiert seinen 80. Geburtstag
Der emeritierte Vorstand der Univ. HNO-Klinik Graz, Univ. Prof. DDr.hc. Walter Messerklinger, feiert am 04. März 2000 seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß findet am Samstag, den 04. März ein internationales Symposium zu seinen Ehren an der Univ. HNO-Klinik in Graz statt, das unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Heinz Stammberger von seinen ehemaligen Mitarbeitern und Schülern gestaltet wird.
Prof. DDr.hc. Walter Messerklinger wurde am 4.3.1920 in Ostermiething als Sohn von Anni und Walter Messerklinger geboren. Nach der Volksschule in Ostermiething besuchte er das Gymnasium im Benediktiner Stift Kremsmünster, eine Schulzeit, die sein zukünftiges Leben ganz entscheidend prägte. Er studierte danach an der medizinischen Fakultät in Wien, wo er schon 1943 promoviert wurde. Seinen ersten Fronteinsatz leistete er als Luftwaffenarzt am Balkan, später in Frankreich. Sofort nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft begann er als Gastarzt 1945 an der Univ. HNO-Klinik in Graz, wo er aufgrund seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen schon 1951 die Venia Dozendi verliehen bekam. 1959 wurde er als Nachfolger von Prof. Dr. Gustav Hofer zum Univ. Professor und Klinikvorstand ernannt. Er leitete über 30 Jahre die Grazer HNO-Klinik und emeritierte 1990 mit 70 Jahren.
Aufgrund seiner profunden Kenntnisse der Physiologie der Nase und der Nasennebenhöhlen, seines besonderen manuellen Geschickes und seines technischen Verständnisses entwickelte er schon Anfang der 60iger Jahre die endoskopische Technik der Diagnostik und Operationen bei Erkrankungen der Nase, der Nasennebenhöhlen und der angrenzenden Schädelbasis. Er war damit - lange vor anderen medizinischen Fachdisziplinen - ein Pionier der endoskopischen Mikrochirurgie, die heute in vielen Bereichen zum Standard Repertoire moderner chirurgischer Eingriffe zählt. Er hat durch seine grundlegenden Untersuchungen den Grundstein zu einem völligen Wandel von der radikalen Chirurgie von außen zur endonasalen Mikrochirurgie gelegt. Es dauerte über 20 Jahre, ehe die heute übliche mikrochirurgische endoskopische Operationstechnien auch von anderen medizinischen Fächern aufgegriffen wurden. Die von ihm entwickelte Technik gilt als eine der größten Fortschritte nicht nur auf dem engeren Fachgebiete der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, sondern ganz allgemein der modernen Chirurgie. Seine Methoden wurden von seinen Mitarbeitern weiter ausgebaut, ganz besonders von Prof. Dr. Heinz Stammberger, dem derzeitigen Vorstand und Nachfolger an der Univ.HNO- Klinik Graz. Viele seiner Mitarbeiter nahmen bzw.nehmen heute führende Positionen in ganz Österreich ein, wie z.B. (alphabetisch) Prof. Dr. Klaus Albegger (Salzburg), Prof. Dr. Gerhard Friedrich (Graz), Doz. Dr. Robert Jakse (Graz), Frau Prof. Dr. Doris Lang-Loidolt (Graz), Prof. Dr. Michael Moser (Graz), Prim. Dr. Herbert Siegl (Feldkirch), Prim. Doz. Dr. Heimo Simon (Leoben), Prof. Dr. Gerd Zechner (Wien).
Prof. DDr. Walter Messerklinger ist Ehrenmitglied zahlreicher internationaler Gesellschaften, er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen; 1977 wurde zum Doktor honoris causa scientiarum medicarum von Ljublin ernannt. Der Umgang mit seinen Mitarbeitern war geprägt von Achtung und Wertschätzung, auch dann, wenn sie einmal andere wissenschaftliche Wege einschlugen. Obwohl er sich intensiv mit der Grundlagenforschung unseres Faches beschäftigte, galt seine Fürsorge und Liebe immer den ihm anvertrauten Patienten, sodaß er auch in dieser Hinsicht für alle seine Mitarbeiter und Schüler ein großes Vorbild war und bleiben wird.
Salzburg, 25.02.2000
Prim. Univ.-Prof. Dr. K. Albegger (Salzburg)


